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Holzschutz

Der Holzschutz ist ein Spezialgebiet der Schädlingsbekämpfung. Der Holzschutz gliedert sich in die Bereiche:

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  • konstruktiver Holzschutz
  • vorbeugender Holzschutz
  • bekämpfender Holzschutz
Ausgangspunkt für Holzschäden sind häufig Baufehler und Baumängel.
Eine Dauerdurchfeuchtung, die häufig in Altbauten anzutreffen ist, bietet Fäulnispilzen ideale Lebensbedingungen. Das gleiche gilt für den fehlenden vorbeugenden Holzschutz oder den heute meist aus Unkenntnis praktizierten Einsatz unwirksamer, oft als natürlich bezeichneter Schutzmittel. Die Ausbreitung des Hausschwamms folgt meist auf nicht fachgerecht durchgeführte Wärmedämmmaßnahmen und den daraus resultierenden Feuchtigkeitsstau zurück.

Schädlingsbefall ist aber nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten zu betrachten. So kann Schädlingsbefall auch zur statischen Schwächung tragender Bauteilen führen. In die Sanierung alter Bausubstanz ist deshalb immer der Holzschutz einzubeziehen.

Der Befall durch den Echten Hausschwamm und Hausbock ist der örtlichen Bauaufsichtsbehörde zu melden (DIN 68800) !!!
Konstruktiver Holzschutz

Unter konstruktiven Holzschutz versteht man alle vorbeugenden Maßnahmen, die einer zu hohe Holzfeuchte und damit einem Schädlingsbefall vorbeugen. Grundlegend ist die Auswahl des richtigen Holzes.

So gilt das teuere Holz der Douglas-Fichte oder der Eiche als weitgehend resistent gegen Schä¤dlingsbefall. Als

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Bauhölzer werden aber meist die relativ billigeren, aber anfälligeren Splinthölzer von Kiefer, Fichte und Tanne verwendet. Deshalb ist bei diesen Hölzern dringend ein vorbeugender Schutz nötig.

Vorbeugend wirkt eine sorgfältige Trocknung des Holzes vor dem Einbau. Zum größen Teil kommt das imprägnierte Holz aber immer wieder im feuchten Zustand auf die Baustellen, so daß nach einigen Wochen tiefe
Trockenrisse entstehen. Diese sind dann ideale Eiablageplätze für den Hausbock. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, daß kein Wasser in das Holz eindringen kann bzw. daß ein schneller Abfluß ermöglicht wird.

Bei der Verwendung im Sockelbereich sollte das Holz nicht direkt über der Erdgleiche, sondern mindestens 30 cm darüber enden.

Vorbeugender Holzschutz

Die Bauordnungen der Länder schreiben vor, daß tragende Holzbauteile (z.B. Dachstühle) vorbeugend gegen den Befall von Holzschädlingen behandelt werden müssen.

Hier müssen chemische Substanzen (Biozide) zur Abwehr und Bekämpfung von Holzschädlingen angewendet

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werden.

Sie werden von erfahrenen Fachleuten im Spritzverfahren auf den vorher gesäuberten Dachstuhl aufgetragen oder im Hochdruckinjektageverfahren an schwer zugänglichen Stellen in das Holz injiziert.

In vielen Fällen ist es bei bestimmten Konstruktionsweisen und bei der Wahl entsprechender Holzarten möglich, Hölzer auch ohne chemischen Holzschutz zu verbauen, selbst wenn sie eine tragende Funktion haben.

Wenn ein vorbeugender chemischer Holzschutz nicht durch eine entsprechende Konstruktion oder die Wahl einer geeigneten Holzart vermieden werden kann, so sind ausschleißlich Holzschutzmittel mit allgemeiner bauaufsichlicher Zulassung mit den entsprechenden Prüfprädikaten zu verwenden.

Diese Holzschutzmittel finden Sie im DIBt Holzschutzmittelverzeichnis

Bekämpfender Holzschutz

Bekämpfender Holzschutz ist notwendig, wenn sich im Dachstuhl bereits ein Holzschädling eingenistet hat, z.B. der Hausbock. Der Hausbock befällt Nadelhölzer. Wenn der Schaden nicht rechtzeitig erkannt wird, kann die Statik von Dachstühlen bis zur Einsturzgefahr geschwächt werden. Daher ist der Befall bei der örtlichen Bauaufsichtsbehörde meldepflichtig.
Man sollte deshalb als Hausbesitzer seinen Dachstuhl von Zeit zu Zeit untersuchen. Bekämpfende Maßnahmen

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sollen vom Holzschutzfachmann vorgenommen werden. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sind fachgerechte Vorarbeiten unerläßlich. Eingehende Untersuchungen des gesamten Dachgebälks und auch der Fachwerkhölzer sind notwendig, um den Hausbockbefall festzustellen, da die äußeren Holzschichten in der Regel nur beim Ausschlüpfen der Käfer durch Fluglöcher zerstört werden. Sichtbar wird der Schaden an den typischen Fraßgängen und Fluglöchern.
Der Zerstörungsgrad wird durch Abbeilen der befallenen Holzflächen sichtbar. Anschließend werden die Fraßgänge sorgfältig mit einer Stahlbürste gesäubert. Zerstörte, nicht mehr tragende Holzteile müssen ausgewechselt und durch zuvor imprägnierte Teile ersetzt werden. Bei nicht allseitig zugänglichen Holzkonstruktionen werden zusätzlich Löcher zur Bohrlochinjektion gesetzt. Diese werden dann unter Druck mit bekämpfenden Holzschutzmitteln gefüllt.
Aufenthaltsräume, in denen das Holz sichtbar bleiben soll, dürfen nicht großflächig behandelt werden. Es sei denn, das Holz wird zum Raum hin abgedeckt oder verkleidet.

 

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